Ja, ein Fragezeichen. Denn so ganz genau kann gar nicht nachvollzogen werden, wann sich in der Evangelischen Kirchengemeinde Remagen-Sinzig eine Bücherei etabliert hat.

Dokumente der Fachstelle für Büchereiarbeit der evangelischen Landeskirche in Düsseldorf lassen darauf schließen, dass es schon vor dem zweiten Weltkrieg in irgendeiner Form Büchereiarbeit gab. In der Chronik der evangelischen Kirchengemeinde ist dann ein Eintrag von 1968 zu finden: „Wiedereröffnung der Bücherei“. Und diese Wiedereröffnung spiegelt sich auch in dem Zugangsbuch der Bücherei wieder. In 1966/67 gibt es einige Einträge neueingestellter Bücher, jedoch nur im „christlichen Bereich“. Ab 1968 umfassen die Einträge die ganze Bandbreite von Büchern – Kinderbücher, Jugendbücher und Romane.
Von da an wurde die Bücherei auch von einer oder mehreren Büchereileiterinnen geführt und von Mitarbeiterinnen bei der Ausleihe unterstützt. Daher wird dieses Jahr als Grundlage für die heutige Büchereiarbeit angesehen und in diesem das 50-jährige Jubiläum gefeiert.

Zunächst fand man die Bücher in einem Schrank im ersten Stock des alten Gemeindehauses, 1968 bezog die Bücherei eigene Räume im Erdgeschoss. Die Ausleihe fand mit Buchkarten statt, der Katalog bestand aus Karteikarten, die Leser wie die neuen Medien wurden in Büchern handschriftlich erfasst. Im Jahr 1997 hielt dann das digitale Zeitalter Einzug in die Evangelische Öffentliche Bücherei und fortan fand die Büchereiarbeit mit Hilfe des Computers statt, eine enorme Erleichterung im Büchereialltag.
Ebenso gab es nun neben den Büchern auch Spiele, Cassetten, Videokassetten und CD-Roms. Die damalige Leiterin Ursula Schlauß hatte die Zeichen der Zeit erkannt und sich erfolgreich für diese Neuerungen eingesetzt. Ursula Schlauß hatte 1979 die Leitung der Bücherei von Frau Hoffmann übernommen. Ihre Begeisterung für die Arbeit war ansteckend, ihre Mitarbeiterinnen schickte sie zu Fortbildungen, sie führte die Bilderbuchkinos ein, warb unermüdlich für die Bücherei und bereicherte auch das kulturelle Leben in Remagen mit Büchereiveranstaltungen.

In 2010 gab Ursula Schlauß das Zepter dann weiter an Andrea Dörr und Helena Schäuble, die seit 2007 in der Bücherei mitarbeiten und ihre Ausbildung zur kirchlichen Büchereiassistentin beim Dachverband der Evangelischen Büchereien in Deutschland, ELIPORT, in Göttingen bestanden hatten. Die beiden neuen Büchereileiterinnen engagieren sich weiterhin in der Leseförderung im Bereich der KiTas und Grundschule in Remagen und sind vernetzt in vielen Bereichen der Stadt Remagen. Für die Fachstelle der Büchereiarbeit in der Landeskirche in Düsseldorf sind beide aktiv als Lektorinnen, lesen und rezensieren mit viel Begeisterung Bücher, und als Referentinnen im Bereich der Grundausbildung für Büchereiarbeit. Helena Schäuble hat von Ursula Schlauß das Amt der Fachberaterin und Synodalbeauftragen für die Büchereien im Kirchenkreis Koblenz übernommen, ist in überregionalen Gremien für Büchereiarbeit aktiv und seit 2017 im Vorstand des Evangelischen Literaturportals.

Im Jahre 2013 kam die nächste große Veränderung, durch den Umzug des gesamten Gemeindehauses wanderte auch der Bestand der Bücherei in das neue Gemeindehaus in der Marktstraße 25. Dieser neue Ort bietet viele neue und spannende Möglichkeiten, sodass die Arbeit der Bücherei weiterhin floriert und neue Veranstaltungsmöglichkeiten angeboten werden können.

Die Büchereiarbeit ist im stetigen Wandel, die digitale Welt macht sich auch dort bemerkbar. Doch besonders am Herzen liegt dem ganzen ehrenamtlichen Team, weiterhin die Freude am Lesen zu wecken und zu erhalten, von den ersten Lebensmonaten bis zum Lebensende. Hierfür bietet die Evangelische Öffentliche Bücherei Medien für alle Zielgruppen und Altersklassen und hofft, das noch mindestens weitere 50 Jahre machen zu können.

Das Jubiläum wird gefeiert am Wochenende 28. und 29. April 2018. Am Samstag um 17 Uhr lädt das Team alle Familien zu einer Vorführung der Gruppe Theater[Stück]Werk RheinAhr mit dem Stück „Nur ein Tag“, nach dem Bilderbuch von Martin Baltscheit, ins Gemeindehaus ein. Der Eintritt ist frei, die Theatergruppe und die Bücherei freuen sich über Spenden.
Am Sonntag findet um 11 Uhr in der Friedenskirche ein Literaturgottesdienst zum Buch „Die souveräne Leserin“ von Alan Bennett statt, anschließend sind alle herzlich zu einem Empfang ins Gemeindehaus eingeladen.

 

Nur noch wenige Monate – und die jetzigen Vorschulkinder der Kindertagesstätte St. Anna kommen in die Schule und lernen lesen. Wie wichtig das Lesen ist und wie viel  Spaß es mit schönen Büchern macht, davon konnten sich die Kinder schon jetzt in der Evangelischen Öffentlichen Bücherei Remagen überzeugen.
Zusammen mit ihrem Erzieher und ihren Erzieherinnen besuchten die Kinder an vier Vormittagen die Remagener Bücherei und nahmen an der Aktion zur frühen Leseförderung „ICH BIN BIB-FIT – der Bibliotheksführerschein für Kindergartenkinder“ teil. Ziel dieser Aktion ist es, das Wesen einer Bücherei und ihre Nutzung kennenzulernen, aber vor allem, die Freude an Büchern und am Lesen zu wecken.

Deshalb stand natürlich bei jedem Besuch der Bücherei auch das Vorlesen eines Bilderbuchs auf dem Programm. Dabei tauchten die Kinder in aufregende und lustige Welten ein. Sie erlebten, wie sie selbst schrecklichste Monster vertreiben und ein schmutziges Nilpferd vom Schlamm befreien können. Sie erfuhren, wie Eulen und Fledermäuse Freunde werden und wer dem Maulwurf auf den Kopf gemacht hat. Sie ließen sich von einem spannenden Buch mit auf hohe See nehmen und von einem Bilderbuchkino nachts mit in eine Bibliothek. Der Phantasie und dem Spaß sind bei Büchern keine Grenzen gesetzt!

Bei ihrem fünften Besuch in der Bücherei konnten die Kinder in einer kleinen Feierstunde ihren Eltern und Großeltern zeigen, was sie alles in den vorangegangenen Wochen gelernt haben:
Welche Medien gibt es in der Bücherei? Welche Arten von Büchern gibt es? Für welche Altersgruppen und Interessen gibt es Bücher, Hör-CDs, Filme auf DVD, Spiele, Comics und Zeitschriften? In welchen Regalen findet man diese verschiedenen Medien? Woran erkennen die Büchereimitarbeiterinnen, wohin welches Medium geräumt werden muss, damit man es jederzeit wiederfindet? Wie funktioniert das Ausleihen? Woher weiß man, wie lange man ein Medium behalten darf? Piepst da eine Maus im Scanner, wenn der Computer Daten erfasst? Wie geht man mit einem ausgeliehenen Medium um, damit es noch möglichst viele andere Leser ausleihen können?

Auf all diese Fragen blieben die Kinder keine Antwort schuldig und durften unter Applaus ihren „Büchereiführerschein“ aus der Hand der ehrenamtlichen Büchereimitarbeiterinnen entgegennehmen. Er bestätigt, dass die Vorschulkinder die Bücherei kennen und selbstständig nutzen können. Die Büchereimitarbeiterinnen hoffen, dass die Kinder bald mit ihren Eltern wiederkommen, um ihren Gutschein für einen Büchereiausweis einzulösen. Bei der Aktion „BIB-FIT“ haben sie bestimmt Appetit darauf bekommen, bald selber kleine Leseprofis zu werden. Das umfangreiche und aktuelle Angebot der Bücherei steht jedem Nutzer kostenlos zur Verfügung.

Am 05.03.2018 fand in der evangelischen öffentlichen Bücherei in Remagen ein ganz besonderer Leseabend statt. Die Veranstalter waren engagierte und sehr motivierte Damen des Frauenvereins „Merida“e.V. aus Sinzig, die sich in einer Gemeinschaft zusammengefunden haben, um die Stärken der Frau zum Wohl der Gesellschaft zu fördern.

Dieser Leseabend ist ein Teil eines umfassenden Projektes, mit dem Titel „Aktiv gegen Rassismus“. Gefördert wird dieses Projekt durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ durchgeführt. Kooperationspartner im Projekt sind die evangelische öffentliche Bücherei und die evangelische Kirchengemeinde Remagen und Sinzig.

Der Abend begann mit einer kurzen Vorstellung des Vereins und anschließend übernahm Frau Karin Keelan, Mitglied des Bündnis für Frieden und Demokratie, die Vorlesung mit dem Buch „Der Junge im gestreiften Pyjama“ von John Boyne. Frau Keelan versuchte die Zuhörer/innen dafür zu gewinnen, das Buch zu lesen, in dem sie zwei Kapitel vorlas und dabei besonders auf die interessanten Erzähltechniken des Autors hinwies, die das Buch so spannend machen, dass man es einfach nicht hinlegen kann. Auch wenn es sich bei dem Roman um einen traurigen Hintergrund handelte, so herrschte dennoch eine sehr angenehme und gemütliche Atmosphäre. Anwesend waren unter anderem auch Frau Helene Schäuble, Leiterin der Bücherei und Frau Rita Kupfer, ebenfalls vom Bündnis für Frieden und Demokratie.

Das Projekt des Merida e.V. besteht aus mehreren Modulen, in dem als nächstes ein Kinotag (11.03.2018), der zweite Leseabend (19.03.2018 ev. Gemeindehaus Remagen), ein Erzählcafe mit Zeitzeugen aus der Nachkriegszeit (13.04.2018 ev. Gemeindehaus Remagen), ein Tagesausflug nach Hadamar ins KZ-Lager (28.04.2018, 10.Uhr) und zum Abschluss eine Marionetten-Vorführung 12.05.2018, 17 Uhr, Pfarrheim St. Peter Sinzig) stattfindet. Das Projekt ist öffentlich, so dass jeder die Gelegenheit hat, mitzuwirken.

Der Vorstand und die Mitglieder des Vereins freuen sich sehr und hoffen auf zahlreiches Erscheinen.

Für weitere Informationen und Interesse am Projekt wenden Sie sich bitte per Mail an Frau Alper. sumeyraalper@gmail.com

 Viele Besucher waren der Einladung zur Kaffee-Lese gefolgt, zu der der Eine-Welt-Laden Remagen-Sinzig und die Evangelische Öffentliche Bücherei Remagen Ende Februar eingeladen hatten.
Nach der erfolgreichen Tee-Lese vor zwei Jahren und der Schoko-Lese im vergangenen Jahr machten die Teams nun die Trilogie komplett und so stand diesmal die Welt des Kaffees im Mittelpunkt.
An vier verschiedenen Ständen hatten die Besucher die Möglichkeit Kaffee-Raritäten des Eine-Welt-Ladens zu kosten. So gab es den erlesenen Kaffa Wildkaffee aus Äthiopien, den Café de Nicaragua, Ruanda Kaffee und Nuevo Futuro Columbian zum Probieren. Mit großem Interesse nahmen die Besucher das Angebot wahr, schmeckten rasch die Unterschiede heraus und fanden ihren persönlichen Favoriten. Zu jeder Kaffee-Sorte gab es ein Infoblatt über das Herkunftsland und die Besonderheiten des jeweiligen Kaffees.
Viele Besuche nutzen die Gelegenheit ihre Lieblingssorte oder weitere fair gehandelte Produkte sogleich im Eine-Welt-Laden zu erwerben.
Ein tolles Kuchenbuffet mit „normalem“ Kaffee und Tee rundete den Genuss an diesem Nachmittag ab.

Viel Informatives über den Anbau und die weitere Verarbeitung von Kaffeebohnen gab es in einem kurzen Film, den Rüdiger Gottzein vom Eine-Welt-Laden präsentierte.

Für die passende Unterhaltung hatten die Teams wieder Monika Clever, Künstlerin aus Wachtberg, eingeladen. Diese präsentierte sehr unterhaltsam in einer kleinen Zeitreise die Vielfalt an Texten, Gedichten und Liedern zum Thema Kaffee. Begonnen mit der Herkunft von Kaffee; die Zeiten des Kaffee-Schmuggels, da Kaffee früher ein Luxusartikel war; die Kaffeehäuser, die gerne von Literaten z.B. Erich Kästner genutzt wurden; bis hin zur heutigen Zeit, in der es eine unglaubliche Auswahl an Kaffee-Sorten gibt und Kaffee-to-go in Mode ist.
Auch in der Musik ist Kaffee immer wieder ein Thema und es gibt etliche bekannte Lieder dazu, wie z.B. „C-A-F-F-E-E, trink nicht so viel Kaffee!“ oder „Café Oriental“ von Vico Torriani oder „Aber bitte mit Sahne!“ von Udo Jürgens, die das Publikum zum Mitsingen animierten.

Das Büchereiteam präsentierte mit einem Medientisch die passenden Schmöker und Hörbücher, die auch gerne ausgeliehen werden konnten.
Alle Besucher genossen einen vergnüglichen, unterhaltsamen Nachmittag.