Der Titel verrät es hoffentlich schon: Die Herbstzeitlese wendet sich an Menschen, die schon im Herbst ihres Lebens angekommen sind und denen gemeinsam ist, dass sie Freude an Büchern und am Lesen haben. Die Leitung der Herbstzeitlese hat unsere Mitarbeiterin Irmgard Kremer-Bieber.

Seit Mitte 2016 treffen sich jeden ersten Freitagmittag im Monat um die zehn ältere Frauen und Männer in unserer Bücherei, um sich zu wechselnden Themen über Literatur und über ihre Lese- und Lebenserfahrungen auszutauschen. Die Themen reichen von „Mein erstes Lieblingsbuch“ über „Balladen“ bis zu „Liebe“ und sind in ihrer Vielfalt (fast) unerschöpflich. Das Thema des nächsten Treffens wird jeweils  gemeinsam festgelegt, so dass sich die Teilnehmer/-innen darauf einstimmen können und Bücher, Gedichte  oder sogar selbst verfasste Texte mitbringen können. Oft genug kommt es auch zu einer „Nachlese“, wenn ein Thema über den Nachmittag hinaus weiter zum Nachdenken angeregt hat.

Die Herbstzeitlese findet immer im Anschluss an das gemeinsame Mittagessen des Netzwerkes „Leben und Älterwerden in Remagen mitgestalten“, das im  Foyer des Gemeindehauses stattfindet. Selbstverständlich können Interessierte unabhängig vom Mittagessen an der Herbstzeitlese ab ca. 13:00 Uhr teilnehmen. Eine Anmeldung für die Herbstzeitlese ist nicht erforderlich.

Klasse 2c

Zum sechsten Mal führte die Evangelische Öffentliche Bücherei Remagen im Rahmen ihrer Sprach- und Leseförderung die Aktion BÜCHEREIPIRATEN durch.
Bei dieser Aktion sollen die Kinder die Bücherei als besonderen Schatz entdecken und dabei lernen, sich selbstständig in einer Bücherei zurechtzufinden und einfache Suchaufträge zu erledigen. Kooperationspartner in Remagen ist die Grundschule St. Martin, in deren pädagogischem Konzept die Leseförderung ein wichtiger Bestandteil ist. Entwickelt wurde das erfolgreiche Konzept „Büchereipiraten“ von der AG „Lesespaß aus der Bücherei“; die Aktion wird koordiniert vom Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz.

Mit einer spannenden Piratengeschichte um Schorschi und seine Piratenkollegen, geschrieben von Isabel Abedi, gingen die Schüler der Klassen 2a, 2b, 2c und 2d am 09. und 11. Mai 2017 auf Schatzsuche in der Evangelischen Öffentlichen Bücherei Remagen. Dazu wurden die Kinder in Gruppen aufgeteilt, die je einem der sieben Piraten aus der Geschichte entsprachen. Jede Gruppe erhielt mehrere Suchkarten und musste selbstständig die genannten Medien in den Regalen finden. Dabei lernten die Schüler das Ordnungssystem der Bücherei kennen. Weiterhin wurden mit den Kindern noch einmal wichtige Regeln, die beim Besuch einer Bücherei und dem Umgang mit Medien beachtet werden müssen, besprochen. Mit großem Eifer begaben sich alle „Piraten“ auf Schatzsuche und stellten anschließend ihre gefundenen Medien vor. Für die erfolgreiche Teilnahme erhielten alle Kinder eine Urkunde und dürfen sich nun „Büchereipiraten“ nennen.
Versorgt mit neuem Wissen und tollen Eindrücken machten sie sich dann auf den Weg zurück in die Schule.

Die vielfältigen Leseförderaktionen der Evangelischen Öffentlichen Bücherei Remagen werden von den Lehrerinnen der Grundschule St. Martin gerne angenommen, da die Schüler so eine gute Gelegenheit haben, die im Unterricht gelernten Dinge zu vertiefen und Neues zum Thema Buch und Bücherei auf eine andere Art und Weise zu erfahren.

Auf große Resonanz stieß die Einladung der Evangelischen Öffentlichen Bücherei zur Lesung mit der Remagener Autorin Rita Schäfer Ende April. Gebannt hörten gut fünfzig Besucher Rita Schäfer zu als sie aus ihrem Buch „Fremdbestimmt: Die Suche nach einer Heimat“ einige Passagen vorlas und aus ihrem bewegten Leben erzählte.

Rita Schäfer ist 1971 in Teheran geboren, kam 1987 nach Deutschland und lebt seit 2013 mit ihrer Familie in Remagen. Sie erzählte zunächst von ihrer Kindheit im Iran. Ihre ersten Lebensjahre verbrachte sie unbeschwert auf einer Luftwaffenbasis, wo ihr Vater als Ausbilder tätig war, in der Nähe von Teheran. Dort lebte die Familie in einem abgeschotteten, gepflegten Bezirk für Angehörige mit vielen Freunden und guter Nachbarschaft. Rita Schäfer genoss die Ausflüge nach Teheran und war eine gute, fleißige Schülerin. Doch diesen schönen Jahren ihrer Kindheit folgten mit der Revolution und dem späteren Sturz des Schahs schreckliche Erlebnisse. Sie musste Bombenangriffe miterleben,
ihr Vater wurde arbeitslos, wirtschaftlich ging es bergab und Freunde sowie Nachbarn verließen plötzlich das Land. Vor allem für Frauen gab es nun besondere Kleidungs- und Verhaltensregeln. Mit diesen Erlebnissen und der veränderten Lebenssituation, der Fremdbestimmtheit, kam Rita Schäfer als Kind bzw. Jugendliche nicht zurecht. Es war schwierig für sie die Hintergründe zu verstehen und es ging ihr zusehends schlechter, bis sie am Ende ihrer Kräfte war. Ihr Vater ermöglichte es dann, dass sie kurz vor ihrem 16. Geburtstag mit dem Flugzeug zu ihrem Bruder nach Deutschland fliehen konnte.
Rita Schäfer erzählte ebenso von dem schwierigen Start in Deutschland. Sie vermisste ihre Familie schrecklich, die Sprache war ihr fremd und sie erlebte zwei ganz verschiedene Kulturen. Trotzdem war sie froh in Deutschland zu sein und sie wollte diese Chance unbedingt nutzen. Rasch lernte sie die deutsche Sprache, machte ihr Abitur und arbeitete später erfolgreich in einem pharmazeutischen Unternehmen. Sie fand ihren Weg zur Selbstbestimmung. Diese Selbstbestimmung ist für Rita Schäfer ganz wichtig, ebenso das gegenseitige Schätzen und Lernen von Werten der unterschiedlichen Kulturen. Sie möchte mit ihrer Geschichte einen Beitrag für mehr Toleranz und Verständnis für Geflüchtete geben.
Die Besucher waren sehr beeindruckt von der interessanten, teils emotionalen Lesung und stellten im Anschluss zahlreiche Fragen, die gerne von der Autorin beantwortet wurden.
Auch bei dem anschließenden gemütlichen Beisammensein bei leckeren Häppchen und Getränken, für die das Büchereiteam gesorgt hatte, gab es noch viele interessante Gespräche.
Gerne nahmen die Teilnehmer das Angebot wahr und kauften vor Ort das Buch und ließen es von Rita Schäfer signieren. Diese war begeistert, dass ihre erste Lesung so ein Erfolg war und sich so viele Leute für ihre Geschichte interessierten.

Das Team der Evangelischen Öffentlichen Bücherei Remagen hat Rita Schäfer zu einer Lesung am Freitag, 28. April 2017 um 19.30 Uhr eingeladen. Die Autorin liest aus ihrem 2016 erschienenen Buch „Fremdbestimmt: Die Suche nach einer Heimat“. Die Veranstaltung findet im Evangelischen Gemeindehaus Remagen, Marktstr. 25 (direkt neben der Friedenskirche) statt.

Die Deutsch-Iranerin Rita Schäfer lebt seit 30 Jahren in Deutschland und  floh mit 16 Jahren aus dem Iran. Während dem sehr kurzen Aufenthalt in ihrer Heimat wurde sie Zeitzeugin einer sehr wichtigen epochalen Veränderung ihres Geburtslandes. Sie erlebte den letzten Schah des Iran, die Islamische Revolution und den ersten Golfkrieg, den sie knapp überlebte. In ihrem autobiografischen Werk erzählt sie über ihre bewegenden Erlebnisse, die ihre Kindheit und Jugend geprägt haben sowie über die Flucht nach Deutschland und den Neuanfang in einem fremden Land. Ohne Beschönigung zeigt das Buch die Ohnmacht eines Menschen als Spielball epochaler Ereignisse und ständiger Umbrüche auf, was dem Buch auch seinen Namen „Fremdbestimmt“ gegeben hat.
Mit ihrem Buch möchte Rita Schäfer nicht nur für mehr Toleranz und Verständnis für Flüchtlinge werben, sondern auch das Thema „Integration und Heimat“ und dessen Bedeutung auch für junge Leute aufgreifen.

Das Team der Ev. Öffentlichen Bücherei lädt alle Interessierten herzlich zu diesem Abend ein. Nach der Lesung besteht die Möglichkeit das Buch käuflich zu erwerben und bei einem kleinen Imbiss mit der Autorin ins Gespräch zu kommen.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei, das Büchereiteam freut sich über Spenden.