Auf große Resonanz stieß die Einladung der Evangelischen Öffentlichen Bücherei zur Lesung mit der Remagener Autorin Rita Schäfer Ende April. Gebannt hörten gut fünfzig Besucher Rita Schäfer zu als sie aus ihrem Buch „Fremdbestimmt: Die Suche nach einer Heimat“ einige Passagen vorlas und aus ihrem bewegten Leben erzählte.

Rita Schäfer ist 1971 in Teheran geboren, kam 1987 nach Deutschland und lebt seit 2013 mit ihrer Familie in Remagen. Sie erzählte zunächst von ihrer Kindheit im Iran. Ihre ersten Lebensjahre verbrachte sie unbeschwert auf einer Luftwaffenbasis, wo ihr Vater als Ausbilder tätig war, in der Nähe von Teheran. Dort lebte die Familie in einem abgeschotteten, gepflegten Bezirk für Angehörige mit vielen Freunden und guter Nachbarschaft. Rita Schäfer genoss die Ausflüge nach Teheran und war eine gute, fleißige Schülerin. Doch diesen schönen Jahren ihrer Kindheit folgten mit der Revolution und dem späteren Sturz des Schahs schreckliche Erlebnisse. Sie musste Bombenangriffe miterleben,
ihr Vater wurde arbeitslos, wirtschaftlich ging es bergab und Freunde sowie Nachbarn verließen plötzlich das Land. Vor allem für Frauen gab es nun besondere Kleidungs- und Verhaltensregeln. Mit diesen Erlebnissen und der veränderten Lebenssituation, der Fremdbestimmtheit, kam Rita Schäfer als Kind bzw. Jugendliche nicht zurecht. Es war schwierig für sie die Hintergründe zu verstehen und es ging ihr zusehends schlechter, bis sie am Ende ihrer Kräfte war. Ihr Vater ermöglichte es dann, dass sie kurz vor ihrem 16. Geburtstag mit dem Flugzeug zu ihrem Bruder nach Deutschland fliehen konnte.
Rita Schäfer erzählte ebenso von dem schwierigen Start in Deutschland. Sie vermisste ihre Familie schrecklich, die Sprache war ihr fremd und sie erlebte zwei ganz verschiedene Kulturen. Trotzdem war sie froh in Deutschland zu sein und sie wollte diese Chance unbedingt nutzen. Rasch lernte sie die deutsche Sprache, machte ihr Abitur und arbeitete später erfolgreich in einem pharmazeutischen Unternehmen. Sie fand ihren Weg zur Selbstbestimmung. Diese Selbstbestimmung ist für Rita Schäfer ganz wichtig, ebenso das gegenseitige Schätzen und Lernen von Werten der unterschiedlichen Kulturen. Sie möchte mit ihrer Geschichte einen Beitrag für mehr Toleranz und Verständnis für Geflüchtete geben.
Die Besucher waren sehr beeindruckt von der interessanten, teils emotionalen Lesung und stellten im Anschluss zahlreiche Fragen, die gerne von der Autorin beantwortet wurden.
Auch bei dem anschließenden gemütlichen Beisammensein bei leckeren Häppchen und Getränken, für die das Büchereiteam gesorgt hatte, gab es noch viele interessante Gespräche.
Gerne nahmen die Teilnehmer das Angebot wahr und kauften vor Ort das Buch und ließen es von Rita Schäfer signieren. Diese war begeistert, dass ihre erste Lesung so ein Erfolg war und sich so viele Leute für ihre Geschichte interessierten.

Das Team der Evangelischen Öffentlichen Bücherei Remagen hat Rita Schäfer zu einer Lesung am Freitag, 28. April 2017 um 19.30 Uhr eingeladen. Die Autorin liest aus ihrem 2016 erschienenen Buch „Fremdbestimmt: Die Suche nach einer Heimat“. Die Veranstaltung findet im Evangelischen Gemeindehaus Remagen, Marktstr. 25 (direkt neben der Friedenskirche) statt.

Die Deutsch-Iranerin Rita Schäfer lebt seit 30 Jahren in Deutschland und  floh mit 16 Jahren aus dem Iran. Während dem sehr kurzen Aufenthalt in ihrer Heimat wurde sie Zeitzeugin einer sehr wichtigen epochalen Veränderung ihres Geburtslandes. Sie erlebte den letzten Schah des Iran, die Islamische Revolution und den ersten Golfkrieg, den sie knapp überlebte. In ihrem autobiografischen Werk erzählt sie über ihre bewegenden Erlebnisse, die ihre Kindheit und Jugend geprägt haben sowie über die Flucht nach Deutschland und den Neuanfang in einem fremden Land. Ohne Beschönigung zeigt das Buch die Ohnmacht eines Menschen als Spielball epochaler Ereignisse und ständiger Umbrüche auf, was dem Buch auch seinen Namen „Fremdbestimmt“ gegeben hat.
Mit ihrem Buch möchte Rita Schäfer nicht nur für mehr Toleranz und Verständnis für Flüchtlinge werben, sondern auch das Thema „Integration und Heimat“ und dessen Bedeutung auch für junge Leute aufgreifen.

Das Team der Ev. Öffentlichen Bücherei lädt alle Interessierten herzlich zu diesem Abend ein. Nach der Lesung besteht die Möglichkeit das Buch käuflich zu erwerben und bei einem kleinen Imbiss mit der Autorin ins Gespräch zu kommen.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei, das Büchereiteam freut sich über Spenden.

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Wie die „braune“ Vergangenheit ihre Schatten bis in die Gegenwart werfen kann, ist das Sujet des Kirchenkrimis „Orgelnachspiel“, aus dem der Krimi-Autor und Pfarrer im Hunsrück Christian Hartung am 06. November 2015 las. Das Team der Evangelischen Öffentlichen Bücherei Remagen hatte zu der Krimilesung ins Ev. Gemeindehaus eingeladen, und zahlreiche Bücherfreunde waren der Einladung gefolgt.

Es war mucksmäuschenstill als Christian Hartung in ausgewählten Ausschnitten die fiktiven Erlebnisse des Oberstufenschülers Felix Breuning vorlas, der in große Gefahr gerät, als er für ein Geschichtsreferat in die nationalsozialistische Zeit seines Heimatortes Haan eintaucht. Denn die Täter von damals wollen verhindern, dass ihre Vergangenheit bekannt wird. Aber zum Schluss bezahlt der Hauptverantwortliche von 1933 selber mit seinem Leben: Während des Orgelnachspiels am Ende des Gottesdienstes wird er von einem unentdeckt bleibenden Mittäter erstochen.

Nach der Lesung trat der Autor mit seinen Zuhörern in einen angeregten Dialog und erzählte von der Entstehungsgeschichte seines Kirchenkrimis. Selber in Haan bei Düsseldorf aufgewachsen, war das 150. Kirchenjubiläum Anlass, sich mit der Geschichte der Kirchengemeinde zu beschäftigen. Die Zeit des Nationalsozialismus war in den Archiven sträflich vernachlässigt worden. Das brachte ihn auf die Idee, einen Krimi über die Zeit zu schreiben, über die nicht nur in Haan gern der Mantel des Schweigens gedeckt wurde und oft immer noch wird.

Als das Büchereiteam – schon in guter Tradition nach einer literarischen Veranstaltung – noch zu appetitlichen Häppchen und einem Glas Wein einlud, zeigte sich an den vielen lebhaften Gesprächen untereinander und mit dem Autor, wie sehr das Thema den Gästen unter die Haut gegangen war.

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Am Freitag, 06. November 2015 um 19:30 Uhr heißt es im Foyer des Evangelischen Gemeindehauses hinter der Friedenskirche: Auch Kirchen können Ort eines Verbrechens werden.

Auf Einladung der Evangelischen Öffentlichen Bücherei Remagen liest Christian Hartung, Krimiautor und evangelischer Gemeindepfarrer in Kirchberg, aus seinem Kirchenkrimi „Orgelnachspiel“. Nach der Autorenlesung haben die Zuhörer noch Gelegenheit, sich in gemütlicher Runde bei einem kleinen Imbiss und einem Getränk über den Krimi auszutauschen.
Der Eintritt ist frei; Spenden sind natürlich willkommen.

„Orgelnachspiel“ von 2014 ist Christian Hartungs sechster Krimi; zwei weitere schrieb er zusammen mit seiner Frau. Worum geht es in diesem Kirchenkrimi? Für ihr Geschichtsreferat über den Nationalsozialismus in ihrem Heimatort befragen die beiden Oberstufenschüler Felix und Stefan ihre Großeltern. Dabei kommt heraus, dass die große Liebe von Felix` Großmutter, der Organistin der evangelischen Gemeinde Haan, als Kommunist im Konzentrationslager ums Leben kam. Je intensiver die beiden nachforschen, umso offensichtlicher wird, dass es nicht jedem Gemeindemitglied in Haan recht ist, dass aufgedeckt wird, was in der Vergangenheit geschah. Die beiden Schüler geraten in große Gefahr…

Wer wissen will, wie es weitergeht, ist am 6. November 2015 herzlich willkommen im Evangelischen Gemeindehaus in der Marktstraße 25, Remagen.